Sichtbar machen, was wirkt – Wie Retrospektiven und Feedback Lernprozesse stärken

Lernen ist kein Selbstläufer – schon gar nicht im komplexen Alltag von Software-Entwicklungsteams. Selbst wenn Impulse gesetzt, Lernformate etabliert und Lernstories umgesetzt wurden, bleibt eine zentrale Herausforderung: Wie wissen wir eigentlich, ob das funktioniert?

Hier kommen Retrospektiven und Feedbackprozesse ins Spiel: Richtig eingesetzt, machen sie Lernen nicht nur sichtbar, sondnern verstärken es!

Warum Reflexion so entscheidend ist

Viele Teams führen regelmäßig Sprint-Retrospektiven durch – doch das Thema „Lernen“ kommt dort oft zu kurz. Es wird über Prozesse gesprochen, über die Zusammenarbeit oder den burndown chart – selten aber über Fragen wie:

  • Was haben wir diese Woche über KI gelernt?
  • Was davon war hilfreich? Was nicht?

Dabei ist genau das der Moment, in dem Lernen greifbar und bewertbar wird. Erst durch die bewusste Reflexion wird aus einem Tool-Test eine Erkenntnis, aus einer Lernstory eine Teamkompetenz, und aus einem Impuls ein Schritt in Richtung nachhaltiger Veränderung.

Retrospektiven als Lernverstärker

Scrum bietet mit der Retrospektive bereits einen etablierten Rahmen. Es braucht oft nur eine kleine Erweiterung der Fragestellung, um Lernen explizit zu machen:

  • Was haben wir im Umgang mit KI ausprobiert?
  • Was hat uns überrascht?
  • Welche Tools oder Methoden sollten wir weiterverfolgen?
  • Wo brauchen wir noch Unterstützung oder Wissen?

Solche Fragen lenken den Blick auf Erfahrungen, schaffen Anschlussfähigkeit und verhindern, dass Experimente im Sande verlaufen. Besonders hilfreich ist dabei die Dokumentation: Welche Tools haben wir getestet? Was hat sich bewährt? Was nicht?

Individuelles Feedback – persönliches Lernen unterstützen

Neben der Teamebene spielt auch das individuelle Feedback eine zentrale Rolle. Wenn Mitarbeitende neue Tools ausprobieren, neue Rollen übernehmen (z. B. als Moderator:in eines AI-Cafés) oder Lernstories anstoßen, sollte das auch gesehen und wertgeschätzt werden. Ein kurzes „Cool, dass du das gemacht hast“ vom Scrum Master oder aus dem Team kann viel bewirken – gerade wenn es um Themen geht, bei denen sich viele zunächst unsicher fühlen.

Gleichzeitig können auch strukturiertere Feedbackformate sinnvoll sein, etwa in Form von kurzen Reflexionsgesprächen im Dialog unter vier Augen, Peer-Feedback oder Check-ins in Communities of Practice.

Was wirkt (und Wie lange)?

Nicht zuletzt hilft Feedback auch dabei, Entscheidungen zu treffen: Welche Lernformate tragen wirklich? Welche Tools haben sich bewährt? Wo investieren wir weiter? Hier können auch einfache Metriken unterstützen – etwa wie oft ein KI-Tool im Code Review genannt wurde oder wie viele Lernstories tatsächlich zu einer Änderung in der Arbeitsweise geführt haben. Wichtig ist aber: Nicht alles muss quantifizierbar sein. Subjektives Erleben, geteilte Aha-Momente und kontinuierlicher Austausch sind ebenso valide Indikatoren für Wirkung.

Fazit: Lernen endet nicht mit der Story – sondern mit dem Erkenntnisgewinn

Der entscheidende Unterschied zwischen punktuellem Ausprobieren und nachhaltigem Lernen liegt in der Reflexion. Teams, die regelmäßig über ihre Lernerfahrungen sprechen, lernen schneller, gezielter und dies gemeinsam. Retrospektiven und Feedback machen diese Lernprozesse sichtbar, bewertbar und übertragbar. Sie sind damit nicht nur ein Rückblick, sondern ein aktiver Teil der Lernkultur.

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