Agile Lehre

Quality Learning

Agile Lehre ist eine hilfreiche und häufig notwendige Ergänzung zum agilen Lernen. Während sich das agile Lernen auf die Lernziele der Mitarbeiter*innen bezieht, unterstützt das agile Lehren Ziele, die aus dem Ausbildungsbedarf der Mitarbeitenden, den notwendigen Veränderungen aus den Teams oder Führungskräften heraus erwachsen. Glücklicherweise gehen insbesondere bei Unternehmen, die viel Zeit in die Auswahl der Mitarbeiter*innen investieren, Lehr-und Lernziele häufig Hand in Hand, sodass sich hier viele Synergieeffekte nutzen lassen.

Nichtsdestotrotz kann es immer wieder Ziele geben, die stärker aus der Team- und Führungskultur heraus getrieben werden, als direkt von den einzelnen Lernenden. So könnte beispielsweise ein Team mit buchhalterischen Aufgaben ein neues Abrechnungstool einführen, dessen Handhabung alle Teammitglieder beherrschen müssen. Oder es gibt eine durch gesetzliche Vorgaben bedingte Schulungsvorgabe wie etwa eine Datenschutzaufklärung, die unternehmensweit umgesetzt werden muss. Auch bei diesen Lehrzielen sollten jedoch die Lernenden im Mittelpunkt stehen und es sollte darauf geachtet werden, dass ihr Vorwissen, ihre Interessen und ihre Motivation bei den Lehrkonzepten Beachtung findet. Hier haben sich zum Beispiel Formate wie unser Lehrstory-Mapping-Workshop bewährt, bei denen die wichtigen Personen an einem Tisch gemeinsam Lehrstorys generieren, die dann in die Umsetzung gebracht werden können.

Folgendes gehört für uns zur agilen Lehre:

1. eine fundierte Analyse

Eine ausführliche Analyse ist hierbei die notwendige Grundlage, um lernerzentrierte Lehrkonzepte designen zu können, die sowohl für die Lernenden als auch für die Unternehmen einen Mehrwert bieten.

2. ein an die Bedarfe angepasstes Konzept agiler Lehre

Das agile Requirement Engineering verbunden mit der Methodik der modernen Lehr- und Lernforschung ermöglicht dabei eine gute Ausgangssituation für die anschließende Konzeption eines agilen Lehr-Lernsettings. So können Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wer und vor allem auch wie befragt werden soll. Auf diese Weise erhalten wir ein möglichst vollständiges Bild von den Lernenden, aber auch von den späteren Anwendungsprozessen sowie den zu vermittelnden Inhalten.

3. eine Implementierung nach agilen Prinzipien (MVP)

Die Implementierung nach agilen Prinzipien im Sinne eines Minimum Viable Product ermöglicht es, schon sehr früh einen Mehrwert bei den Lernenden zu stiften: dein wertvolles Feedback wird in die Weiterentwicklung integriert und damit eine passgenaue Lösung gewährleistet.

4. eine kontinuierliche Verbesserung basierend auf klar beschriebenen Kriterien (Continuous Improvement)

Kontinuierliches Feedback und die Anpassung des Konzepts an veränderte Rahmenbedingungen ist wichtiger Bestandteil für eine kontinuierliche Verbesserung im Sinne des Continuous Improvement. So erreichen wir die höchstmögliche Qualität.

Wer lernt? Was wird erlernt? Wie wird gelernt?

Unsere agilen Lehrkonzeptionen basieren im Kern auf diesen drei zentralen Fragen. Dabei bezieht sich das „Wer“ auf die unterschiedlichen Gruppen von Lernenden, ihre spezifischen Voraussetzungen, wie man für sie Inhalte und Lehrformate am lernförderlichsten zum Einsatz bringen kann. Das „Wie“ bezieht sich auf die Prozesse, in denen das Wissen später zum Einsatz kommen soll. Lehrprozesse, -methoden und -formen sollten die Arbeitsprozesse der Lernenden widerspiegeln und soweit möglich miteinander verwoben sein – folglich sollte diese Passung bereits in der Konzeption berücksichtigt werden. Soll beispielsweise der Lehransatz zur Unterstützung einer agilen Transformation genutzt werden, bietet es sich an, agile Elemente auch im Lehrkonzept einzusetzen, um den Lernenden die Transformation weiter zu erleichtern. Das „Was“ bezieht sich auf die Lerninhalte, die ständig angepasst werden können und idealerweise in verschiedenen Formaten angeboten werden, um so besser den individuellen Bedürfnissen der Lernenden gerecht zu werden.