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Welches technische Wissen braucht ein Scrum Master?

7 Gründe, warum ein Scrum Master sich 2022 mit Software-Entwicklung auskennen muss – und 5 Gründe, warum nicht!

Ich erinnere mich noch daran, als ich zum ersten Mal mit einem Scrum Master im Projekt gearbeitet hatte. Da war dann plötzlich ein Kollege am Start, der dafür sorgte, dass wir jeden Tag uns kurz austauschten, und der wissen wollte, ob es Probleme oder sogenannte Impediments gäbe. Zuerst waren wir etwas verwirrt, aber dann zeigte sich schnell, dass es echt viel brachte, wenn da jemand da war, der einem Beistand geben konnte, der für einen da war und der an den Stellen in der Organisation herumschrauben konnte, die außerhalb der eigenen Reichweite lagen.

Damals waren das oft erfahrene Software-Entwickler:innen und -Architekt:innen, die sich in diese neue Rolle hineinentwickelt haben. Mittlerweile habe ich aber auch schon selbst in der Rolle eines Scrum Masters gearbeitet – und viele Unternehmen machen gute Erfahrungen damit, Mitarbeitende aus Nicht-IT-Feldern in dieser Rolle einzusetzen.

Wie wichtig ist es denn nun das technische Wissen für Scrum Master?

Warum sich Scrum Master mit Software-Entwicklung auskennen sollten:

Grund 1: Sie kennen die Prozesse und Abläufe

Wir arbeiten nicht im Vakuum. Auch in der Software-Entwicklung haben sich bestimmte Vorgehen und Best Practices bewährt – und diese können zum Projektvorteil genutzt werden. Deshalb ist es sehr hilfreich, zumindest eine Ahnung vom Software-Entwicklungsprozess zu haben – von der Analyse und dem Requirements Engineering, über die Ideenfindung und Implementierung bis zum Testing und dem Rollout, um nur einige Punkte zu nennen.

Grund 2: Sie verstehen das Entwicklungsteam besser

Teams in der Software-Entwicklung sind oftmals heterogen und setzen sich aus Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen: Manche Entwickler:innen sind Einzelgänger:innen, andere entstammen noch der klassischen EDV-Umgebung, wiederum andere haben einen Startup-Hintergrund. Technisches Verständnis bildet dabei häufig die Grundlage für gemeinsame Kommunikation und ein erfolgreiches Miteinander.

Grund 3: Sie erkennen Probleme früher

Erfahrungen zahlen sich aus: Oft meldet sich der „Spinnensinn“, noch bevor man genau sagen kann, was ihn aktiviert hat. So kann man schon agieren, wenn die Probleme noch klein und leichter zu lösen sind.

Grund 4: Sie betrachten sich eher als Teil des Teams

Walk the walk, talk the talk – und etwas Stallgeruch schadet nicht. Wenn man als Scrum Master weiß, mit welchen Herausforderungen sich die Entwickler:innen jeden Tag herumschlagen dürfen, dann fühlt man mit – und das schweißt zusammen.

Grund 5: Sie kennen die üblichen Verdächtigen

Zwar ist jedes Projekt anders, aber oft treten die gleichen Probleme immer wieder auf. Und mit etwas technischer Erfahrung kennt man seine Pappenheimer. Oder weiß zumindest, woran es vielleicht liegen könnte.

Grund 6: Sie kennen die Perspektiven der anderen Rollen

Ein(e) Entwickler:in ist ein(e) Entwickler:in ist ein(e) Entwickler:in. Und diese sehen die Welt oft aus einer ganz besonderen Perspektive. Damit schon mal Erfahrung gemacht zu haben, kann wirklich Gold wert sein.

Grund 7: Sie können als Sparringspartner für Entwickler:innen einspringen

Komplexe Programmieraufgaben sind oft schwer nur im Kopf zu erfassen – oft hilft es, wenn man sein Problem mit einem anderen Menschen bespricht. Aber um die richtigen Gegenfragen zu stellen, braucht es zumindest ein wenig Basiswissen von der Materie.

Kurz gesagt: Wissen schadet nicht. Aber Wissen allein reicht auch nicht. Deshalb:

5 Gründe, warum technisches Wissen nicht alles ist:

Gegengrund 1: Alles kann man lernen

Programmieren ist keine Hexerei (wenigstens meistens). Und die Grundlagen des Programmierens kann man sich schnell beibringen. Einfach bei https://www.freecodecamp.org/ reinschauen oder Spielstudio auf der Switch oder Dreams auf der Playstation ausprobieren. Und so einfach mal die Basics kennenlernen.

Gegengrund 2: Es geht erstmal um Menschen

Auch wenn viele ein Bild von dem oder der “Entwickler:in” haben, liegt der Ursprung so mancher Probleme im Projekt nicht auf der technischen Seite, sondern ergibt sich aus menschlichen Unzulänglichkeiten: mangelhafte Kommunikation, persönliche Zwistigkeiten oder schlechte Stimmung. Und oft es bringt viel mehr, erstmal hier anzusetzen.

Gegengrund 3: Man ist weniger betriebsblind

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Da hilft innehalten. Einfach zuhören, einen Schritt zurück machen, vielleicht mal um die Ecke denken und eine Lösung aus einem ganz anderen Bereich ausprobieren: Das kann manchmal Wunder wirken.

Gegengrund 4: Man geht Dinge anders an

Oft haben Scrum Master, die (ursprünglich) nicht aus der Software-Entwicklung stammen, eine ganz andere Vorgehensweise und bringen eine neue Sicht auf die Dinge mit. Das kann sehr erfrischend und belebend sein – und hilft auch den Entwickler:innen, Dinge anders zu sehen – und so Probleme leichter lösen zu können.

Gegengrund 5: Es muss nicht immer Hitech sein

Wir leben in einer hochentwickelten Welt und neigen oft dazu, Probleme durch immer mehr Technik lösen zu wollen. Braucht es wirklich noch eine App? Oder könnte man die Sache ganz anders lösen? Denn wer nur einen Hammer hat, für den schauen die meisten Probleme wie Nägel aus. Mit etwas Hilfe von Methoden aus anderen Bereichen, z.B. dem Design Thinking, kann man sein Repertoire erweitern und so gemeinsam neue Wege gehen.

Ein technischer Hintergrund schadet bestimmt nicht, ist aber auch nicht das Allheilmittel. Was denkst du über das Thema? Ich würde es gern erfahren. Nutzt dazu gerne die Kommentare oder schickt mir eine Nachricht tim.struck@qualityminds.de.

Und wenn du noch mehr über das Thema Scrum Master erfahren willst, dann gibt’s dazu noch mehr auf unserer Quality Minds Website: https://qualityminds.com/de/services/agile-support/scrum-master/

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Tim Struck

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